Gegrillt ist

Für den Sommer lebt der Mensch. Denn was gibt es besseres, als nach einem langen Tag in den Sonnenuntergang hineinzugrillen? Als Vorspeise tischen wir ein paar interessante Fakten zu der vielleicht heißesten Aktivität des Jahres auf.

Für viele Männer ist das Anfeuern ihres geliebten Grills eine Befriedigung ihrer Urinstinkte. Eine Reise zurück zum Ursprung, in eine Zeit als es nur Jäger und Sammler gab und noch keine Community-Manager und Steuerinspektoren. Ganz Unrecht haben sie damit nicht, wie Steven Raichlen weiß. Der amerikanische Grillguru hat unzählige Bücher über das Thema geschrieben und hält tatsächlich unsere Vorfahren für die ersten Grillmeister. „Das früheste Beispiel für die bewusste Verwendung von Feuer findet man in der Wonderwerk-Höhle in Südafrika. Diese Höhle ist etwa eine Millionen Jahre alt und wurde bewohnt vom Homo-Erectus, einer Spezies unserer Vorfahren. Die bewusste Verwendung von Feuer bedeutet, dass auch gegrillt wurde“, weiß Raichlen. Ob sich unsere Vorfahren auch schon darum stritten, wer den Grill anfeuern durfte, dazu hat die Forschung bislang keine Informationen.

Foto: © Weber-Stephen Deutschland GmbH

Was sie allerdings weiß, ist woher das Wort Barbecue stammt. Wer jetzt an Amerika denkt, liegt nicht falsch. Wer damit aber die USA meint, liegt knapp daneben. In seinem 1526 erschienenem Buch La historia general y natural de las Indias (Allgemeine- und Naturgeschichte der indianischen Kolonien) informiert der spanische Historiker und Staatsmann Gonzalo Fernández de Oviedo y Valdés sein Publikum in Europa nicht nur über die Existenz der Hängematte, der Ananas und des Tabaks. Er beschreibt auch eine Zubereitungsart der karibischen Taino-Indianer, bei der Speisen auf einem hölzernen Rost über dem Feuer gegart werden, was unter den Einheimische als „barbacoa“ bezeichnet wurde. Während das Wort unter Spanischen Muttersprachlern heute immer noch für Grillen steht, hat sich im Rest der Welt die amerikanische Variante durchgesetzt. Dazu beigetragen haben unter anderem die frühen amerikanischen Präsidenten George Washington und Thomas Jefferson. Zwischen Unabhängigkeitskrieg und Staatsgründung haben diese es sich nämlich nicht nehmen lassen, hin und wieder eine rauschende Barbecue-Party auszurichten.

Foto: © Weber-Stephen Deutschland GmbH

Ohnehin ist das Grillen in der amerikanischen Politik immer wieder ein Thema. So hatte Rufus Edmisten 1984 allerbeste Chancen auf das Gouverneursamt von North Carolina, ein Staat in dem seine demokratische Partei bis dahin erst ein einziges Mal im 20. Jahrhundert verloren hatte. Doch in einem unüberlegten Moment macht Edmisten ein Statement, an das er sich noch Jahre später erinnern soll. „Ich habe ein ganzes Jahr lang drei mal pro Tag Gegrilltes gegessen und eines Abends, und ich weiß nicht mehr warum ich es gesagt habe, der Teufel muss mich dazu getrieben haben, habe ich gemeint, dass ich genug von Barbecue habe.“ Edmisten verliert die Wahl haushoch und bestätigt damit etwas, was der Zeitungsverleger Herbert O’Keefe schon 1905 wusste: „Kein Mann, der nicht mehr Barbecue isst, als gut für ihn ist, wird jemals zum Gouverneur von North Carolina gewählt werden.“

Foto: © Weber-Stephen Deutschland GmbH

Zurecht sind die Bewohner North-Carolinas stolz auf ihre lange Grillgeschichte. So gilt der Carolina-Stil nicht nur als eine der vier klassischen Barbecue Traditionen der USA, sondern auch als der älteste. Genau wie der Memphis-Stil basiert er ausschließlich auf Schweinefleisch, wohingegen in Texas nur Rind auf den Rost kommt. Deutlich experimentierfreudiger zeigt sich der Kansas-Stil. Im mittleren Westen brutzeln Schwein und Rind friedlich nebeneinander, wird Süßes mit Scharfem und Würzigem kombiniert.

Und in Deutschland? Auch hier hat es noch nichts und niemand geschafft, das Fleisch als beliebtestes Grillgut zu verdrängen. Unangefochten auf dem ersten Platz liegen Schweinesteaks, wie der Deutsche Fleischerverband weiß. Darauf folgen Bratwürstchen, Geflügel, Rindersteaks, Spieße, Hackfleischprodukte sowie Lamm. Aber auch Fisch, Gemüse und vor allem Grillkäse finden mehr und mehr ihren Platz über den heimischen Feuern. Wer generell Lust auf Abwechslung hat, sollte einfach mal im Internet gucken. Grillblogs wie BBQ Pit oder Grillkameraden bieten kiloweise Inspiration für ein überraschendes Grillfest. Wir wünschen guten Appetit.

Übrigens, die Grundlage für eine gelungene Grillparty ist natürlich der Garten. Entdecken Sie die tollen Gartenkonzepte von OKAL unter www.okal.de.

Titelfoto: © Weber-Stephen Deutschland GmbH

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